Herbst und Winter waren mir, so lange ich mich an meine ersten Gedanken diesbezüglich erinnern kann, immer näher, vertrauter, als Frühling und Sommer. In jedem Winter, an welchen ich mich erinnern kann, gibt es einen einzigen, sehr kurzen Moment, für welchen nur sehr wenige Menschen einen Sinn haben. In jenem Moment ist die Zeit, in welcher sich Leben abspielt, meinetwegen auch ereignet, derartig langsam, dass man als tendentiell kurzeitig agierender und lebender Mensch selbige kaum noch wahr nimmt, die Natur aber erwacht unendlich langsam zu neuem, wärmeren Leben. Die Zeit läuft weiter, aber uns Menschen erscheint sie eingefroren, zum Stillstand gekommen zu sein. Weil wir Zeit als etwas schnell ablaufendes wahr nehmen, zumindest ist das bei den meisten meiner Artgenossen, die mir bisher in meinem Leben begegnet sind, so. Eben jene empfinden bei jener Verlangsamung der Zeit im Herbst oder Winter vor allem eine physische «Unanehmlichkeit»: Kälte. Zugegeben: Auch ich, der einiges in Sachen Temperatur gewohnt ist, mag Kälte auf Dauer nicht sehr, aber ich kann inzwischen gut mit ihr leben, weil ich selbst in der winterlich eingefroren anmutenden Zeit zuweilen etwas sehe, was so viel stärker ist, etwas, was eingefroren wurde, um die Zeiten der übermässigen Hitze zu überdauern. Schade, das aus jenem im Bild fest gehaltenen Moment der eingefrorenen Wärme nicht mehr geworden ist, was vorher war. Aber ich kann mir keinen schonenderen Hinweis vorstellen, dass sich nach Entstehung dieses Bildes einmal mehr die Zeit für mich grundlegend ändern würde. Ich mag dieses Bild, weil es mich immer daran erinnern wird, was möglich gewesen wäre. Und woran ich nachwievor felsenfest glaube. Trotz allen Stillstandes.